Bereits
während meiner Kindheit hatte ich einen ausgeprägten
Sinn für Gerechtigkeit. Ich setzte mich für Personen
ein, die weniger privi-legiert waren als ich und wollte
Leute beschützen, die Aussenseiter waren. Damals waren
die Aussenseiter meine Schulkameraden, die nicht jedem Konsumtrend
folgten und sich deshalb anders verhielten als die meisten
Kinder unserer Konsumgesellschaft. Manche ka-men aus schwierigen
Familienverhältnissen oder aus fremden Ländern,
aber alle wurden während und nach der Schule herumgestossen
und verprügelt. Jetzt, Jahre später, habe ich –
nachdem ich die letzten fünf Jahre in Asien als Expatriate
verbracht habe und die Möglichkeit hatte, viele Länder
in Südostasien ausführlich zu bereisen – andere
Gruppen von Aussenseitern kennengelernt, welche von der Gesellschaft
und deren Vorteilen ausgeschlossen sind. Von all diesen Gruppen
haben bedürftigeKinder den grössten Eindruck hinterlassen.
Das Bedürfnis zu helfen kam wieder verstärkt hoch.
Zuerst habe ich einfach Internet-Seiten von verschiedenen
Hilfswerken angeschaut, und danach habe ich einige Projekte
und die Leute, die darin involviert sind, vor Ort besucht.
Dies waren solch beeindruckende Momente, dass es für
mich immer schwieriger wurde, die Motiviation für meine
Arbeit als Bankangestellter aufzubringen. Nach neun Jahren
bei der UBS in Zürich, Hong Kong, Seoul und Singapur
entschied ich mich, die Bank zu verlassen, um bedürftigen
Menschen zu helfen. Ich schätze alles sehr, was ich während
meiner beruflichen Karriere gelernt habe, und die Freundschaften,
die ge-schlossen wurden, bedeuten mir sehr viel. Schlussendlich
kann ich mir nun dank meiner kommerziellen Vergangenheit
meinen Traum erfüllen: anderen Menschen mittels
meiner wohltätigen Organisation zu helfen. Wenn mich
jemand nach meiner Motiviation, Wohltätiges zu
tun, fragt,antworte ich:
'It
just feels right!'
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Meine
Motivation, ein Gründungs-mitglied von Child's Dream
zu sein, kommt daher, dass ich seit vielen Jahren in Asien
lebe und arbeite. Ich hatte demzufolge die Gelegenheit, sehr
viel herumzureisen und die Region kennen zu lernen. Während
meiner Zeit als Vermögensverwalter
in Hong Kong und Singapur verspürte ich ein zunehmendes
Interesse, unterprivilegierten Menschen in unserer Gesellschaft
zu helfen. Berufsbedingt hatte ich das Privileg, viele sehr
vermögende und inspirierende Leute kennen zu lernen,
die sich um die weniger bevorteilten Menschen kümmern,
indem sie ihnen direkt mit Geld helfen oder sich bei wohltätigen
Projekten engagieren. Ich habe diese Leute immer sehr bewundert,
habe mir aber nie gedacht, dass ich einmal ausschliesslich
für eine wohltätige Organisation arbeiten würde.
Ich verliess meinen Arbeitgeber UBS im Sommer 2003 mit der
Absicht, anfangs 2004 einen neuen Posten in Europa anzunehmen.
Während meinem sechsmonatigen Unterbruch half ich
Daniel in Chiang Mai, Child's Dream zu gründen. Das
Leben entwickelt sich nie wie man denkt und hat immer wieder
einige Überraschungen auf Lager. Demzufolge habe ich
mich dafür entschieden, meine Pause von der Finanzindustrie
auf längere Zeit auszudehnen. Die Arbeit
hier hat mir die Augen weiter geöffnet und geholfen,
die Problematik von Menschenhandel und insbesondere die
Ausnützung von Kindern überall in Asien besser
zu verstehen. Kinder werden nicht nur als billige Arbeitskräfte
missbraucht, sondern werden oft als 'Sex-Spielzeuge' verkauft.
Es ist mir bewusst, dass es zu ambitiös wäre,
die Nachfrageseite dieser Gleichung zu ändern, jedoch
können wir helfen, die Angebotsseite zu reduzieren,
und wie
Itzhak Stern, ein jüdischer Buchhalter in Oscar Schindlers Fabrik, einmal sagte: 'Wer ein Leben rettet,
rettet die ganze Welt'. Ich habe mein Leben und meine Arbeit
in der Finanzindustrie sehr genossen, obwohl mir immer etwas
zum totalen Glück gefehlt hat. Dank meiner Arbeit mit
Child's Dream habe ich realisiert, dass ,Helfen' das fehlende
Stück zur totalen Zufriedenheit in meinem Leben ist.
Es ist für mich an der Zeit, etwas an die Gesellschaft
zurück zu geben und 'Danke' zu sagen für das
privilegierte Leben, welches ich bis jetzt führen konnte.
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